Hintergrund/Ziel: Akne ist eine häufige dermatologische Manifestation des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS), einer weit verbreiteten endokrinologischen Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Immer mehr Belege deuten auf Störungen des Glukosestoffwechsels, einschließlich Insulinresistenz, im Zusammenhang mit PCOS hin. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen Akne und deren Schweregrad einerseits und der Insulinresistenz andererseits bei einer Population von Frauen mit PCOS zu untersuchen.
Patienten und Methoden: In diese retrospektive Beobachtungsstudie wurden insgesamt 305 Frauen mit PCOS im Alter von 17 bis 35 Jahren einbezogen. Anthropometrische, hormonelle, biochemische und ultrasonographische Marker für PCOS wurden im Zusammenhang mit Insulinresistenz-Indizes, darunter HOMA-IR und QUICKI, analysiert.
Ergebnisse: Bei 56,4 % der Teilnehmer lag Akne vor, wobei 52,1 % leichte und 4,3 % schwere Fälle aufwiesen. Ein jüngeres Alter (p = 0,006), höhere DHEAS-Spiegel (p = 0,001) sowie Störungen des Glukosestoffwechsels, darunter ein Nüchternblutzuckerwert > 100 mg/dl ( p = 0,026) und ein 2-Stunden-Glukosewert über 140 mg/dl (p = 0,019), standen in signifikantem Zusammenhang mit Akne. Die multivariate Analyse ergab, dass ein jüngeres Alter (OR = 0,94, p = 0,012), erhöhte DHEAS-Werte (OR = 1,03; p = 0,006) sowie 2-Stunden-Glukosewerte > 140 mg/dl (OR = 3,25, p = 0,029) als unabhängige Prädiktoren für den Schweregrad der Akne.
Schlussfolgerung: Diese Studie weist auf einen Zusammenhang zwischen Insulinresistenz und Hyperandrogenämie einerseits sowie dem Vorliegen und dem Schweregrad von Akne bei PCOS andererseits hin. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit der aktuellen Fachliteratur und unterstreichen, wie wichtig es ist, die hormonellen und metabolischen Faktoren bei der ätiologischen Behandlung von Akne im Rahmen des PCOS zu berücksichtigen.