Dehydroepiandrosteron (DHEA), ein von den Nebennieren produziertes Steroidhormon, spielt eine Schlüsselrolle bei verschiedenen physiologischen Prozessen, darunter auch bei der Knochengesundheit. Sein altersbedingter Rückgang steht im Zusammenhang mit einer verminderten Knochendichte, wobei die Mechanismen, über die DHEA den Knochenstoffwechsel beeinflusst, nach wie vor komplex sind. Diese Übersichtsarbeit fasst die vielfältigen Auswirkungen von DHEA auf den Knochenstoffwechsel und die Knochendichte zusammen und hebt dabei sein therapeutisches Potenzial hervor; Methoden: Es wurde eine Literaturrecherche zu den Auswirkungen von DHEA auf knochenbezogene Parameter in PubMed und Scopus unter Verwendung einer spezifischen Suchzeichenfolge durchgeführt; nach Entfernung von Duplikaten und irrelevanten Artikeln wurden 36 relevante Volltextstudien einbezogen; Ergebnisse: DHEA fördert die Differenzierung und Proliferation von Osteoblasten, reguliert das RANKL/OPG-Verhältnis und hemmt die Osteoklastogenese sowie die Knochenresorption. Seine osteogenen Wirkungen werden über mehrere Signalwege vermittelt. In Modellen mit ovariektomierten Ratten erhöht DHEA das trabekuläre Knochenvolumen, stimuliert die Osteoblastenproliferation und steigert die Östradiolproduktion sowie die Aromataseaktivität. Bei älteren Menschen mit niedrigen Androgenspiegeln erhöht eine DHEA-Supplementierung die Spiegel von sulfatiertem DHEA und Östradiol und verbessert die Knochenmineraldichte, insbesondere im ultradistalen Radius bei Frauen und im Schenkelhals bei Männern. Die klinische Anwendung von DHEA bleibt jedoch aufgrund uneinheitlicher Studienergebnisse umstritten. Seine Auswirkungen auf die Knochengesundheit können je nach Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand variieren, was die Notwendigkeit weiterer Forschung unterstreicht, um seine Wirkmechanismen zu klären und seine Anwendung zu optimieren; Schlussfolgerungen: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass DHEA zwar Potenzial als Modulator der Knochengesundheit aufweist, jedoch umfassende klinische Studien erforderlich sind, um seine Wirksamkeit und Sicherheit zu bewerten, insbesondere bei Risikogruppen.